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  • Writer's pictureJosef Vogt

Besuch Tansania 30.4. – 8.5.2023

Updated: Apr 29

Teilnehmer der Stiftung:

Rolf Vogt, Josef Vogt

Teilnehmer vor Ort:

Father Thomas Msagati, Shamsa Danga (Frauenorganisation DIWO)


Secondary School in Kicheba


Bei diesem Besuch kam ein großes Projekt der Stiftung zu einem Abschluss. Die Secondary School in Kicheba mit 350 Schülern ist nun mit allen notwendigen Einrichtungen für einen effektiven Unterricht ausgestattet. Es wurden folgende Einzelprojekte realisiert:

  • Bau von Toiletten für Lehrer und Schüler

  • Eine Solarstromanlage für die gesamte Schule

  • Kühlgeräte

  • Computer

  • Fertigstellung der Rohbaugebäude und Ausrüstung von drei Klassenräumen

  • Ausrüstung eines Physikraumes

  • Bau von zwei Wasserzisternen mit je 40 m³ Inhalt und deren Anschluss an die Schuldächer

  • Finanzierung eines Intensivkurses in Hauswirtschaft und Lebensmittelkonservierung für die Abgangsklassen

  • Finanzierung eines Gartenbauprojektes als Start-Up für künftige Ausbildung in „Gardening“.

Gesamtinvest ca. 70.000 Euro.


Die Schule hat genügend Flächen um Gartenbauprojekte zu realisieren. Vor diesem Hintergrund wurden auch die Zisternen gebaut, um das nötige Wasser vorzuhalten. Dies ist die Voraussetzung um künftig im Unterricht Lebensmittelproduktion und Konservierung anzubieten und den Schülern neue Möglichkeiten einer sichereren Ernährung zu vermitteln.

Von der Abgangsklasse 2022 konnten 37 Schüler in eine weiterführende Fachschule, als Stipendium der Stiftung, wechseln.

Einen besonderen Dank an Father Thomas Msagati als Supervisor und Shamsa Danga als Projektleiterin, ebenfalls an das Lehrergremium der Schule.

Die Stiftung wird diese Schule auch weiterhin unterstützen und begleiten, gemäß dem Stiftungszweck, dessen besonderer Schwerpunkt die Bildungsförderung ist.





Gartenbauprojekt der Secondary school in Kicheba
 

Wasserzisternen und Solarstrom


Erfreulich war, dass durch die ausgiebige Regenzeit im April, alle 12 Wasserzisternen die

durch die Stiftung finanziert wurden, bis zum Überlauf gefüllt sind. Damit ist eine deutliche Entspannung der Wassersituation an den einzelnen Objekten gegeben.

Drei weitere Zisternen sind noch im Bau und werden im Laufe des Sommers fertiggestellt. Der Kostenpunkt für eine Zisterne liegt bei ca. 7000 Euro. Die Situation auf dem Energiesektor hat auch in Tansania zu deutlichen Preissprüngen geführt. Dazu kommt, dass Energiequellen wie Gas und Holzkohle aus Umweltgründen stark zurückgefahren werden sollten. Insbesondere der Verbrauch von Holzkohle ist fragwürdig, da er mit einer Abholzung einhergeht. Es ist Ziel der Stiftung, Solarstrom so einzusetzen, dass er auch für Kochzwecke verwendet werden kann, d.h. entsprechende Leistungen zu installieren. Elektrische Energie aus Solarstrom ist eine bessere Alternative als die ursprüngliche Verwendung von Sonnenenergie in Form von Parabolspiegeln oder „Solarkochern“ aus Glas. Der technische Entwicklungsstand der dafür notwendigen Hardware macht diesbezügliche Projekte möglich. Die Stiftung hat bisher insgesamt vier Anlagen gebaut, bzw. finanziert, die vornehmlich für den allgemeinen Bedarf wie z.B. Kühlen, Beleuchtung und niedere Verbraucher bestimmt waren. Nun soll im Pfarrhaus von Hale eine Anlage für Kochstrom mit entsprechender Leistung gebaut werden.

Die Hardware für die Solaranlagen wurden bisher aus Deutschland eingeführt, stehen nun aber vor Ort in guter Qualität zu Verfügung.



 

Pfarrei in Mkata


Ein sehr bemerkenswertes Projekt konnte in Mkata mitfinanziert werden. James Kabosa ein

junger Priester aus Hale der auch über vier Jahre in München studiert und gelebt hat, ist nach Tansania zurückgekehrt um dort eine verlassene Pfarrei wieder aufzubauen.

Eigenhändig und unter Mithilfe von Gläubigen rodete er ein Stück Land und begann ein Pfarrhaus als Treff- und Mittelpunkt zu bauen. Durch unglückliche Umstände verlor er einen wichtigen Sponsor aus Deutschland und stand plötzlich mittellos mit einem Rohbau da. Hier konnte die Stiftung helfen und das Projekt zu einem guten Ende bringen. Auch die Kirche, die mittlerweile zu klein geworden ist, wird in Eigenarbeit vergrößert und umgebaut. Eine sehr bemerkenswerte Gemeinde.


Stätten der Begegnung und des Dialogs


Kirchen sind hier nicht nur Stätten des Gottesdienstes, sondern dienen auch der Begegnung und des Dialogs. Oft haben die Menschen keine anderen räumlichen Möglichkeiten. Im diesem Fall ist es besonders bemerkenswert, da dieses Kirchengebäude dem interreligiösen Dialog in Zusammenarbeit mit der muslimischen Gemeinde dient. In diesem Gebiet sind die Menschen überwiegend Muslime, pflegen jedoch mit der christlichen Gemeinde ein entspanntes und respektvolles Miteinander. Nicht nur in den Schulen und anderen staatlichen Einrichtungen, sondern auch in den Kirchen wird dieser offene Umgang gelebt.

In diesem Zusammenhang kann auch berichtet werden, dass Father Thomas Msagati als katholischer Priester in einem rein muslimischen Dorf einen erbitterten Streit als Mediator schlichten konnte. Der Gegenseitige Respekt hat es ermöglicht.

Bei diesem Besuch in Tansania konnten doch einige langfristige Projekte zu einem gewissen Abschluss gebracht werden. Kein Anlass um Bilanz zu ziehen, aber doch einmal ein kritischer Blick zurück zu richten, um die Effizienz zu beleuchten. Auch in Afrika gilt ein altes Sprichwort, dass man die Pferde zwar zu Tränke führen kann, sie aber dann selber saufen müssen.


Für alle Hilfsorganisationen ist es ein erstrebenswertes Ziel, die Mittel so effizient wie möglich ein zu setzen. Aber auch ein privates Engagement, mit persönlichem Einsatz vor Ort, stößt manchmal an Grenzen. Kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren und kontinentale Entfernungen erschweren die Projekte und unsere „deutsche Denke“ versteht man nicht überall. Trotzdem ergibt sich ein positives Bild nach zwölf Jahren Engagement.

Große Dankbarkeit von Menschen, deren Lebensumstände sich verbessert haben, deren Bildungsmöglichkeiten gestiegen sind, enden oft in jahrelangen Freundschaften und ermutigen zum Weitermachen. Jede Maßnahme, die das Gefälle zwischen der ersten und der dritten Welt verringert, ist ein Beitrag zur Gerechtigkeit, dient dem Frieden und zahlt sich langfristig aus.

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